Der belgische Shelter

Mit dem Shelter der belgischen Armee finden wir die ideale Basis für unsere neue Wohnung: Er hat eine seitliche Türe, mit 4.4 Meter Länge ist er gross genug für uns vier, er ist dank Sandwichbauweise leicht und trotzdem isoliert.

Demontage und neue Farbe

Beim Kauf ist im Innern ein Büro eingebaut. Massive Tische, Schubladenblöcke und Pinwände. Die Beleuchtung ist gleich doppelt eingebaut, einmal mit 230 V und dann noch ein 24 V-System. 
Wir entscheiden uns, alles zu demontieren. Alles ist bombenfest vernietet und teilweise auch noch geklebt, wie sich das für die Armee gehört. Nach 10 Tagen ist alles ausgebaut, die Löcher sind gespachtelt und die die Wände und der Boden sind neu gestrichen.
Die Basis ist gelegt. Ein Teil des Equipments ist bereits per Spedition eingetroffen, das Kleinmaterial wird in langen Einkaufslisten erfasst. Die Küche kaufen wir bei IKEA. 
Bald wird aus der CAD-Zeichnung Realität!
Die Büroeinrichtung. Alles bombenfest vernietet und verklebt.
Nach den Malerarbeiten ist der Mief weg und wir können uns langsam vorstellen, hier einmal einzuhiehen.

Das Ziel - Vorerst als CAD

Im Innern wollen wir vier komfortabel Platz finden. Bei der Planung erinnern wir uns an die kalten Tage in Marokko. Wir wollen auch bei Regen und Kälte eine gute Zeit haben. Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:
- Rückzugsmöglichkeit für die Kinder
- Ein WC, welches nicht extra aufgebaut werden muss
- Genug Stauraum (auch für Spielzeug, Kinderbücher)
- Eine Heizung
- Eine gemütliche Sitzgelegenheit
Dank sketch-up von google fertigen wir verschiedene CAD-Zeichnungen an und prüfen verschiedene Varianten.

Mehr Fenster müssen her

Alex wagt sich an den ersten Schnitt. Wenn wir nur richtig gemessen haben…
April 2011: Zusammen mit Alex schneiden wir die Fensterausschnitte aus dem Container heraus. Es braucht schon ein bisschen Mut, das erste Loch zu bohren. Der erste Ausschnitt nahe der Ecke entpuppt sich als aufwändig: Neben der GFK-Schicht und der Schaumfüllung versteckt sich noch ein 6mm dickes Alublech. Die Glasfasern wirbeln durch die Luft und irgendwann entscheide ich mich für Schutzbrille und Atemschutzmaske.
Alex macht sich in der Kabine zu schaffen. Als Durchstieg zur Not wird je ein Schiebefenster im Koffer und der Kabine eingebaut. Die Rückwand der Kabine ist mit einem massiven Stahlgitter versehen. Ein geschweisster Rahmen um das Schiebefenster nimmt die Kräfte auf.

Möbelbau

Probeliegen
Nachdem ganz viel wenig Sichtbares dafür aber Zeitaufwändiges geschehen ist, geht es an den Einbau der Möbel. In nur kurzer Zeit sind die Betten eingebaut, das heisst, diejenigen der Kinder, unseres ist erst zur Hälfte fertig.
Gian und Olivia machen mit Freude ein Probeliegen und wir glauben, dass sie sich langsam vorstellen können, wie unsere Wohnung aussehen wird.
Die Küchenelemente sind von Ikea. Ich habe sie zu Hause zusammengebaut, jeweils nach Feierabend. Die Auszüge werden mit Push-Locks gesichert, damit sie sich auf den Pisten Afrikas nicht selbstständig machen

Tisch, Bänke und Küche

Ende April 2011: Die Bänke sind fertig montiert, die Klappen eingebaut. Ebenfalls ist der Tisch, hier noch mit einem provisorischen Blatt, festgeschraubt. Die Küche ist beinahe fertig. Es fehlen noch die Anschlüsse an Gas und Wasser und die Mischbatterie.
Wenig Platz: Immer wieder wird Material umplatziert.
Küchenkombination eingebaut.
Tisch auf Podest, die Stütze darunter ist noch improvisiert.
Die Oberschränke sind montiert, die Türen fehlen noch.

Farbe

Ende April 2011: Endlich ist das Militärgrün weg! Vier volle Tage kostet uns die Arbeit rund um die neue Lackierung. Bevor überhaupt neue Farbe auf die Kabine und den Koffer kommt, muss umfangreich Rost beseitigt werden. Auf einer Seite der Kabine ist der Tritt durchgerostet. Alex nimmt die Flex und entfernt die durchgerosteten Profile und fertigt neue an. Schweissen, schleifen, grundieren, spachteln!
Danach kleben wir einige Meter Abdeckband auf. Bis jetzt war uns nicht bewusst, wie gross unser Iveco ist. Nimmt denn das kein Ende?!?
Fenster ausbauen (die waren nur provisorisch montiert) und endlich kommt die Farbe. Ein Anstrich reicht leider nicht aus. Der zweite geht allerdings viel schneller. Während Gian und Olivia mit Strassenkreide den Platz verzieren, pinseln wir wie die Verrückten. Das Resultat macht uns stolz! Jetzt sieht der Iveco schon langsam aus wie ein richtiger Wüstencruiser.
Nur schon das Abdecken ist eine Arbeit ohne Ende!
Die Kabine ist bereits im neuen Gewand.

Es werde Licht!

4.6.2011: Unsere erste Materialbestellung waren die beiden Solarmodule und der Solarregler. Heute endlich habe ich sie auf's Dach geklebt und das Kabel eingezogen. Das tönt nach wenig Arbeit, dauerte dann aber doch einen ganzen Nachmittag.
Nun ist der Weg frei für die Batterien. Und schon bald wird der Kühlschrank seinen Dienst aufnehmen können. Dann ist endlich Schluss mit lauwarmen Getränken auf der Baustelle!
200 W Leistung bringen die beiden Solarpanels.
Bordtechnik

Küche und Schlafzimmer

4.6.2011: Die Küche ist fertig! Oder mindestens beinahe... Die Ikea-Einbauunterschränke mit den Auszügen sind montiert, ebenso die Arbeitsplatte, der Gasherd, das Spülbecken und die Mischbatterie.
Ebenso ist da ist das elterliche Schlafzimmer quasi fertig. Wenn denn noch der Tisch fertig ist, kann das Bett dann auch belastet werden. Der Auszug funktioniert nun auch in der Realität (in der CAD-Zeichnung funktioniert schliesslich alles...).
Der Bettrost lässt sich ineinander schieben.
Im zusammengeschobenen Zustand. So müssen dann die beiden Matratzen aufeinander gelegt werden. Dann kann man sitzen.

Wasser Marsch!

26. Juni 2011: Endlich ist die ganze Wasserinstallation fertig! 50 Meter Wasserschlauch ist verlegt, der Kampf mit den 3/8, 1/2 und Weiss-der-Geier-was-für-Gewinde ist gewonnen. Die Tanks sind fest mit Airline-Schienen verzurrt und warten auf Wasser. Die Heizung ist ebenfalls installiert, die Heizungsrohre verlegt, in den Staukästen sieht es aus wie auf der Mummenschanz-Bühne. Nun fehlt noch die ganze Elektrik. Dann werden wir sehen, ob die Wasserinstallation auch dicht ist.
Diesel-Kombiheizung und Boiler.
Die drei 100-Litertanks werden separat befüllt.

Einsteigen bitte

27.6.2011: Bis heute sind wir stets auf einer wackligen Bockleiter in den Koffer geklettert. Das ist an sich kein grosses Problem, ausser man hat gerade einen sperrigen Kühlschrank in den Händen.
Diese nicht ganz SUVA-konformen Balanceakte haben eine Ende gefunden: Ab heute habe wir eine Leiter zum Einhängen mit tiefen Tritten. Da macht das Entern Freude!

Beschriftung

Michi beim Beschriften.
6. Juli 2011: Unser Lastwagen steht seit Montag bei meinem Bruder. Ein Mitarbeiter, Michi, montiert die elektrische Anlage. Wie ich heute vorbeikomme, staune ich Klötze: Der Iveco ist beschriftet! Davon habe ich nichts gewusst. Regi und mein Bruder Lukas haben alles hinter meinem Rücken abgesprochen. Ich habe nicht mal etwas gemerkt. Die Arbeit ist perfekt und ich freue mich über das neue Aussehen. Danke Lukas und Michi(Bild)!

Michis Werk

Für uns heisst es da: Finger weg. Michi bringt das perfekt hin.
6. Juli 2011: Michi hat ganze Arbeit geleistet! In kürzester Zeit verkabelte er all die schönen Geräte, die wir gekauft haben. Was für mich ein Buch mit sieben Siegeln ist, fordert Michi offenbar nicht gross heraus. Ich freue mich, dass der Kühlschrank surrt, dass ich auf dem Batteriecomputer ablesen kann, dass die Batterien geladen werden und dass die Wasserpumpe Wasser pumpt. Im Moment pumpt sie das Wasser allerdings teilweise in den Staukasten. Da gilt es noch ein Leck zu finden...

Fertig