Vorfreude

Einmal mehr herrscht Aufbruchstimmung bei uns! Die Vorbereitung ist die Zeit der Vorfreude, der Informationsbeschaffung und der Organisation. Die Zeit ist aber immer auch mit der Ungewissheit verbunden. Was wird da alles auf uns zukommen?
Und weil wir eben immer auch offen für Änderungen sind, werden unsere Pläne sich im Verlauf der Zeit noch einige Male ändern.

Geplante Route

Dezember 2017: Im Moment ist sicher, dass wir die Reise in zwei Teilen angehen werden:
Der erste Teil wird im Juli und August während vier Wochen stattfinden. Wir haben die Flüge gebucht und werden von Walvis Bay in Namibia nach Francistown in Botsuana reisen. Den Landy werden wir verschiffen und anschliessend in Francistown bei einem Freund stehen lassen. Als Highlight planen wir durch Angola zu reisen. Wir finden so wenig Informationen zum Süden von Angola, dass wir einfach dahin müssen, um uns selber ein Bild zu machen…
Der zweite Teil wird im Oktober und November während fünf Wochen stattfinden. Start wird dann in Francistown sein, das Ziel steht noch nicht fest. Im Moment ist aber Daressalam in Tansania hoch im Kurs.
Die Kinder werden so zu drei Wochen Urlaub in der Schule kommen und müssen entsprechend vor- und nacharbeiten.

Verschiffung

Von Anfang an stand fest, dass wir die Reise mit unserem Landy machen wollen. Mieten vor Ort geht ohnehin für die Länder, die wir bereisen wollen, nicht, bzw. nicht ohne grosse Bemühungen.
Nun gilt es einen verlässlichen Partner zu finden, der uns den Landy verschifft. Mit dem Iveco haben wir RoRo (Roll on, Roll off) verschifft. Dazu mussten wir die ganze Kabine räumen, weil da irgend ein Hafenarbeiter einsteigt und den LKW auf das Schiff und am Zielort wieder ein anderer vom Schiff fährt. Mit dem Landy ist das ein bisschen schwieriger.
Wir entscheiden uns für einen Container. Welcher Anbieter ist der Richtige? Zuerst googeln wir, sind interessiert an Erfahrungen und schlagen uns schon bald mit vielen Fachbegriffen auseinander, die wir nicht richtig verstehen, Logistikersprache halt.
Wir erfahren, dass man für ca. € 2000.- ein Fahrzeug nach Namibia verschiffen kann. So schreiben wir dann verschiedene Logistiker an, die man so in Reiseberichten findet. Wir wurden mit unterschiedlichen Antworten konfrontiert. Irgendwie wurde plötzlich alles kompliziert.
Auch wurde schnell klar, dass die € 2000.- stimmen, aber immer ab Hamburg. So neben der Arbeit mal schnell nach Hamburg geht eben auch nicht so leicht und abgesehen davon ist die Fahrt auch nicht gratis. Wir wenden uns dann an Logistikunternehmen in der Schweiz. Es gibt einige, die das machen und können.
Folgende Tipps dazu:
  • Im Preis sollen alle Kosten enthalten sein, also keine versteckten Kosten, Steuern, etc. auch nicht vor Ort.
  • Transportversicherung: Wie ist das Fahrzeug unterwegs versichert? Was ist versichert, was nicht. Hierzu muss jeder für sich entscheiden, wie viel man versichern will.
  • Die Spedition soll den Container aus dem Zoll am Zielort holen.
  • Wie fest kann man sich darauf verlassen, dass das Fahrzeug zum gewünschten Zeitpunkt vor Ort ist? Raue See kann schnell ein paar Tage Verzögerung bringen.
  • Kostet die Zeit, in der das Fahrzeug am Zielort auf den Besitzer wartet extra?
  • Hat die Spedition eine eigene Niederlassung am Zielort oder ist das eine Partnerspedition?
  • Nimmt man zu zweit einen 40 Fuss Container, kann man Geld sparen, allerdings ist man auch weniger flexibel.
Wir haben einen guten Draht zu DB Schenker knüpfen können, später haben wir dann noch einen Tipp von einem anderen Reisenden erhalten: ITS Transport. Die würden auch einen sehr freundlichen, dienstfertigen und preisgünstigen Service bieten.

Fahrzeug seetauglich

Der Landy geht acht Wochen vor uns auf Reise. Dazu fällt es uns schwer, alles reisefertig zu machen, wenn der Kopf noch nicht «reisebereit» ist. Trotzdem wollen wir alles in Walvis Bay haben, wenn wir dann ankommen.
Wir erstellen eine Packliste und die ist immer wieder Thema und entwickelt sich also. Auch das Werkzeug ist jedes Mal ein Thema.
Gemachte Erfahrung: Das was kaputt geht, hast du nicht dabei. Das was du dabei hast, geht nicht kaputt. Nichts mitnehmen ist auch keine Option, aber was ist denn das Richtige??? Mein Tipp: Viel Bastelmaterial und möglichst wenig spezifische Ersatzteile. Notfalls kann man die schicken lassen. Das Diagnosegerät ist etwas, wo ich mich noch nicht entscheiden konnte. Der Preis ist nicht ganz klein und wahrscheinlich brauch ich es nie. Wenn die Wegfahrsperre das Auto irgendwo im nichts blockiert, wäre es sehr günstig eines dabei zu haben. Mal sehen…
Hier unsere Packliste zum Werkzeug:
  • Hammer
  • Zangen (Spitzzange, Seitenschneider, Kombizange)
  • Eisensäge
  • Ersatzschrauben (M6, M8, M10) und Stoppmuttern
  • Draht
  • Tape (Ducttape, Isolierband, Sealtape)
  • Steckschlüsselsatz
  • Reifenflickset (nur zur Not, in Afrika können sie überall Reifen flicken)
  • Öldruckwagenheber und Unterlageholz
  • Hi-Jack (wir haben den von Landrover, der ist kleiner verstaubar aber nicht so stabil)
  • Litzen (2 bis 3 Meter)
  • Sicherungen
  • Silicon (hitzebeständig)
  • Haftstahl (2K Epoxyknetmasse)
  • Kabelbinder (was für eine Erfindung!!!)
  • Kompressor

Verschiffen

Allfällige Schäden werden aufgenommen.
24. Mai 2018: Heute ist der grosse Tag! Unser Landy tritt seine Reise an. Im Vorfeld haben wir sorgfältig alles gepackt, Checklisten abgearbeitet, Material verstaut und gesichert. Schliesslich soll auf hoher See nichts im Auto herumfliegen.
Ein bisschen aufgeregt sind wir schon, wie es denn so definitiv wird: Was jetzt nicht im Auto ist, muss mit dem Flugzeug mit.
Um 07.45 Uhr treffen Sämi und der Landy in Basel am Rheinhafen ein. Zwischen den vielen grossen LKW mit Containern beladen, wirkt der Landy plötzlich sehr klein. Der Angestellte von Swissterminal AG zeigt mir, wo ich das Auto hinstellen kann. Er fotografiert das Auto von allen Seiten und meint dann, ich könne jetzt wieder gehen. Moment! Erstens ist die Dachbox noch auf dem Dachträger und die Velos müssen vom Veloträger, sonst sind wir zu hoch. Weiter muss die Batterie noch abgetrennt werden, dazu haben wir einen Schalter und ich habe extra noch eine Schnellanleitung gemacht, mit Fotos und alles in Englisch. Er hört nur mit einem Ohr hin und ich wiederhole nochmals alles, wie was zu machen ist. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass ich beim Verladen dabei sein werde. Der Container sei aber noch nicht bereit und er würde dann schon alles machen.
Leicht beunruhigt verlasse ich das Gelände. Er hätte das schliesslich schon oft gemacht. Am nächsten Tag erhalte ich von der Spedition ein Telefon. Sie wollen wissen, ob ich nochmals nach Basel gehen würde, um die Dachbox zu demontieren oder ob man den Dachträger abschrauben soll… Das zum Thema zuhören! Man verspricht mir dann aber, dass jetzt alles nach meinen Anweisungen passieren würde. Ich kriege dann tatsächlich noch Bilder vom verstauten Landy und jetzt sind wir wieder beruhigt.
 

Auf hoher See

Irgendwo da drauf versteckt sich unser Landy…
15.6.2018: Unser Landy ist unterwegs. Mit der MSC Reef, einem gigantischen Schiff von 398 Meter Länge und 59 Meter Breite (das sind vier Fussballfelder!). Über 200'000 Tonnen Fracht soll das Schiff aufnehmen können. Wir sind beeindruckt! Am 9. Juli 2018 soll der Landy dann in Namibia vom Schiff geholt werden. Wir freuen uns¨