Mercedes, Steyr, MAN, ...

Bei Geländewagen kennen wir uns aus und wissen um die Vor- und Nachteile der beiden Favoriten Landrover und Toyota. Bei den LKW's beginnt das Abwägen der Stärken und Schwächen von vorne. 
Folgende Kriterien sind für uns wichtig: Alle vier sollen in der Kabine komfortabel Platz haben, robuste Technik, Allradantrieb und Untersetzung, bezahlbar, ausbaubar, Servolenkung, unter 7.5 Tonnen.
Bald stellen wir fest: LKW's gibt es wie Sand am Meer, auch ausgebaute. Aber: Entweder haben sie eine kleine Kabine für drei Personen oder der Aufbau ist so klein, dass wir uns nicht vorstellen können, da drin zu hausen. Fast ein ganzes Jahr durchkämmen wir das Web - ohne Erfolg.
Das was wir brauchen, gibt es nicht. So beschliessen wir, unseren Lastwagen selber aufzubauen. Nun konzentrieren wir unsere Suche auf einen LKW mit einer Doppelkabine und einer Pritsche mit mindestens vier Meter Länge. Die Auswahl schrumpft gegen Null. Es bleibt noch der Iveco 110-17 AW Doka übrig, ein Fahrschulfahrzeug der Deutschen Armee. So ein Gerät steht bei Philipp aus dem Hanfbachtal in Hennef. Das ist nicht gerade um die Ecke.
Der Steyr 12M18 hat ein schönes Cockpit.
Die Liege bietet eher wenig Platz für zwei Sitze.
Und da steht noch ein Iveco. Der ist grösser, aber sieht weniger schmuck aus.
Und das könnte unsere Wohnung werden.

Die Besichtigung

Im Herbst 2010 mache ich mich ziemlich spontan auf die Socken. Ich buche einen Flug nach Düsseldorf und reise per Mietwagen zu Philipp. Ich schaue mir vor allem die Steyr M18 an. Die haben auch eine grosse Kabine, nicht gerade eine Doppelkabine, aber mit etwas Fantasie sehe ich unsere zwei Kleinen auch in der Kabine. Einen kurzen Blick werfe ich auch in den Iveco. Dann muss ich schon wieder zurück, damit ich den Nachmittagsflug zurück erwische.
Zurück in der Schweiz suche ich den Kontakt zu MAN, der neue Besitzer von Steyr. Ich versuche abzuklären, ob ich den Steyr in die Schweiz importieren kann. Bei MAN zeigt man sich wenig kundenfreundlich. Ich habe zwar einen netten Herrn am Telefon, der kann mir aber nichts sagen, verspricht mir aber immerhin, die Sache abzuklären. Ich höre nichts mehr von ihm. Anfangs Dezember, über einen Monat später und nach einigen unbeantworteten Mails melde ich mich wieder bei MAN. Der Herr sei in den Ferien und das bis Ende Dezember. Mein Dossier ist nicht auffindbar und man verspricht mir, dass man sich bei mir melde, ich müsse mich etwas gedulden.
So viel Geduld haben wir aber nicht. So viel Zeit auch nicht.