Marokko im Sommer

Mit unserem dritten Landy reisen wir in den Sommerferien nach Marokko. Natürlich sind die klimatischen Voraussetzungen im Juli nicht gerade optimal um eine Reise in die Sahara zu unternehmen. Doch seit die Kinder im schulpflichtigen Alter sind, haben wir ein 5-wöchiges Fenster im Sommer zur Verfügung.
Fertig gepackt und reisebereit.
Die erste Nacht im Dachzelt zu viert.
Oberhalb Castello (Spanien). Keine 15 km entfernt tummeln sich die Touristen an den überfüllten Stränden.
Die Transafrika ist bereits ein Jahr Geschichte und Afrika fehlt uns immer wieder. Wir vermissen die Freiheit, das Reisen, die Menschen, das Unterwegssein und das Unverhoffte. Kurz: Wir haben Fernweh.
Mit unserem neuen Landy reisen wir also durch Frankreich, Spanien und nehmen in Algeciras das Schiff nach Ceuta. Wie neun Jahre zuvor erreichen wir Marokko auf dem Landweg.
Viel hat sich verändert in dieser Zeit. Wir kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus. Da, wo vor einigen Jahren nichts als steinige Erde war, stehen grosse Villen direkt am Meer. Hotelketten bauen ihre Betonklötze und die Strasse nach Tétouan ist heute gesäumt von Palmen und Rasenbändern. Das Meer sieht man fast nicht mehr.
Aber je weiter südlich wir vordringen, erwartet uns «unser» Afrika - positiv und negativ: Wunderbare Landschaften, schlechte Strassen, winkende und bettelnde Kinder, hart arbeitende Menschen, Armut, Abfallberge, Ziegen und Schafe auf der Strasse, feinste Früchte und frisches Gemüse vom Markt, vom Argan-Duft dominierte Suks, freundliche und dankbare Menschen, Sand, Wasser, Schlammpisten nach heftigem Gewitterregen, Hitze und Trockenheit, aber auch Kälte und sogar Schnee (weit, weit oben). Afrikas Vielfalt ist einfach faszinierend!
Eine Querung des Rif-Gebirges auf Kleinststrassen und vorbei an Hanfplantagen (in nie erwarteter Grösse und Zahl) bringt uns nach Chefchaouen und schliesslich nach Fès, wo wir in der Médina Jahrhunderte alte Handwerkstraditionen bewundern. Der Campingplatz Le Diamant Vert in Fès überzeugt mit seiner für Marokko überdurchschnittlichen Sauberkeit und dem gross(artigen) Freibad, wo wir gerne etwas Zeit verbringen.
Den Mittleren Atlas queren wir mehr oder weniger auf Hauptstrassen, um dann wieder auf kleinen Pfaden in den Hohen Atlas einzudringen. Dies wird zu einem ersten richtigen Abenteuer für uns und den Landy. Von Unwettern unter- und weggespülte Strassen erlauben nur ein langsames Vorankommen - alte Erinnerungen an Ostafrika werden wach. Belohnt wird die teils unangenehme Fahrerei mit einem einsamen Wildcamp auf einem der zahlreichen Bergpässe auf 2500 m.ü.M. Wir machen uns schon auf eisige Temperaturen in der Nacht gefasst, aber der Atlas hat eine andere geografische Lage als die Alpen, und das kommt uns temperaturmässig entgegen.
Durch die wilde Schlucht des Dadès gelangen wir in den Süden Marokkos und plötzlich ist sie wieder vor unseren Füssen: die Sahara! Die grösste Wüste Afrikas im Juli erleben ist eine besondere Erfahrung: Knapp 50 Grad am Schatten, heisser Wind, der einem die Kehle austrocknet, der Schweiss verdunstet, bevor er sich auf der Haut ansetzen kann. Der Landy wühlt sich tapfer durch den Sand, wir sind froh, müssen wir nicht zu Schaufel und Sandblechen greifen, es ist wirklich sehr heiss! Zu heiss, um lange in Merzouga zu bleiben und so treten wir die Rückkehr nordwärts an, Südwestmarokko muss auf die nächste Reise warten...
In Asilah am Atlantik können wir Marokkos Gastfreundschaft und Suks nochmals in vollen Zügen geniessen, bevor uns die Fähre wieder zurück aufs europäische Festland bringt und uns ein paar kilometerfreie Ferientage am französischen Atlantik erwarten.
Au revoir l'Afrique, à la prochaine...!
Im Bauch der Fähre nach Ceuta.
Moderne trifft Tradition. Diese Gegensätze sind uns von unserer letzten Reise vor 9 Jahren so nicht bekannt.
Ausgang in Chaouen.
Couscous, die Qualität ist mässig, das Erlebnis ist aber gut.
Mittagspause im Rif.
Da wächst das, was offiziell nicht wachsen darf.
Wir fahren von einem Feld zum nächsten, alles Kiff.
Tabouda
Barrage Mjaara
Medina von Fès
Gerberviertel
Babouches in allen Farben.
Bad beim Camping «Le diamant vert», unsere Kinder finden die Badi super.
Grillabend
Auf dem Weg in den Atlas.
Gut beladen…
Regen kommt auf.
Zwischen Midelt und Imilchil.
Auf der Passhöhe vor Imilchil.
Kalt aber wunderschön.
Ausser ein Schafhirt mit seinen Schafen kommt niemand hier vorbei.
Richtung Tizi-n-Ouano
Tizi-n-Ouano
Die Sahara ist nicht mehr weit.
Blick Richtung Süden.
Im Erg Chebbi, die Sicht ist lausig das Dünenfahren somit zu gefährlich.
Im schummrigen Licht tauchen plötzlich Dromedare auf.
Mittagsrast bei 46 Grad.
Wenigstens ein bisschen Schatten…
Geisterstadt (Dorf tut's auch) auf der Ostseite des Erg Chebbi
Datteln
Ifri
Nomaden im Mittleren Atlas
Asilah
In den Gassen von Asilah.
Asilah
Übernachtungsplatz in Spanien.
Zum Schluss noch ein paar Tage Ferien am Atlantik